Ich gebe kein Ziel ins Navi ein, ich lasse mir nur die Karte anzeigen und fahre einfach drauf los, biege in Straßen ein wo es gut aussieht auf dem Navi. Schon die Landstraßen mit zweistelliger Nummer haben meistens keinen Mittelstreifen mehr, dreistellig sind fast nur noch kleine, enge Wege. Beim ersten dreistilligen will ich abbiegen, erwische die falsche Einfahrt und bin auf Schotter unterwegs. So schlecht wie die Straße ist kommt es mir komisch vor und ich drehe doch um, dann finde ich den richtigen Weg. Nach fast 300km planlos rumirren, suche ich etwas zum Campen. Auf dem Weg zum ausgesuchten Campingplatz gibt es im Wald eine schöne Stelle zum Wildcampen, was optimal passt.

Schnell ist das Zelt aufgebaut, Essen ist noch vom Vortag fertig, so brauche ich nicht mal kochen. Am nächsten Morgen gibt es aber frischen Kaffee, dann geht es in Richtung Nationalpark. Kurz davor finde ich einen schönen Campingplatz, auf dem ich mein Zelt aufbaue und zum Abendessen Pfannkuchen mache. Hauptsächlich um am nächsten Tag beim Wandern proviant zu haben.

Am nächsten Morgen ist leider die Milch schlecht, ich muss neuen Kaffee kochen und mit Milchpulver nehmen, aber auf dem Weg in den Nationalpark kaufe ich neue in einem voll automatisierten Supermarkt. Einlass gibt es per Kreditkarte, raus kommt man mit einem Barcode auf dem Kassenzettel. Wenn man mal drin ist, dann ist nichts kaufen wohl keine Option, ein paar Leute haben vor der Tür gewartet bis ich rein bin damit sie rauskommen ohne was zu kaufen.
Um in den Nationalpark zu kommen muss ich 20 Euro Maut bezahlen, aber für ca. 10km Schotterpiste durch herrliche Landschaft ist das eigentlich ein akzeptabler Preis. Am Parkplatz gibt es eine Ranger Station, wo ich mich nochmal erkundige ob man hier auch überall Wildcampen darf. Auch wenn man es darf, nachdem ich gesehen haben wie viele Mücken hier unterwegs sind, verwerfe ich den Plan wieder. Am Parkplatz ziehe ich mich um, meine Motorradsachen muss ich unabgesperrt beim Motorrad lassen. Gut, dass hier die Leute sehr ehrlich sind.

Der Nationalpark ist relativ flach, man kann gut wandern. Hinter jedem Hügel taucht ein neuer Landstrich auf, der plötzlich sehr anders aussieht wie der davor. Gelegentlich gibt es hier auch noch Schnee. Die Pause zum Wandern hat sich echt gelohnt, auch wenn es noch ein sehr weiter Weg bis ans Nordkap ist.

Am Abend will ich nicht mehr weit fahren, also nehme ich den selben Campingplatz wie am Vorabend. Die Nachbarn machen sich ein wenig über mich lustig, dass ich in der Früh das Zelt abgebaut und jetzt wieder aufgebaut habe. Aber so ist das wenn man ohne zu planen rum fährt.