Am nächsten Morgen sind wir nach einer unruhigen Nacht nicht wirklich ausgeschlafen, aber die Sonne lacht uns an und die Welt sieht wieder ganz gut aus. Die mobile Unterkunft wird abgebaut, alles wieder verstaut, auch wenn das Zelt nicht trocken ist, die Motorräder beladen und alles wieder fest verzurrt für die nächste Autobahn Etappe. Zündschlüssel rein, Ständer hoch und auf den Anlasser gedrückt. Leider passiert nichts. Noch ein Versuch und das Display geht einfach aus. Die Diskussion gestern Abend hätten wir wohl besser im Dunkeln geführt, der Scheinwerfer hat die Batterie leer gesaugt. Immerhin springt das Reserl problemlos an. Ein Starterkabel ist glücklicherweise im Gepäck, also alles wieder abschnallen, Starterkabel auspacken, Batterien bei beiden Motorrädern freilegen und fremdstarten. Klappt immerhin, also bei laufendem Motor wieder alles einpacken und fest machen.

Unspektakulär geht es auf der Autobahn Richtung Budapest. Die Sonne bleibt uns treu, was im Stau leider sehr unangenehm wird. In Ungarn werden wir aber von den meisten Autos vorbeigewunken, erstaunlich viele machen Platz für unsere Motorräder. In der Stadt ist Berufsverkehr, aber es geht problemlos bis ins Ibis im Zentrum von Budapest. Ein gewonnener Gutschein beschert uns hier zwei kostenlose Übernachtungen inklusive Frühstück. Nur für die beiden Motorräder bezahlen wir 10 Euro.

Nachdem wir eingechecked haben, die Motorräder geparkt und das Gepäck im Zimmer verstaut haben, ist erstmal eine Dusche notwendig. Auch das Zelt muss zum Trocknen im Zimmer aufgehangen werden. Es ist schon später Nachmittag, also schlendern wir in der Gegend vom Hotel ein wenig durch die Stadt, tauschen Euros in Forint und gönnen uns ein leckeres Abendessen in einem Restaurant an der Straße. Auch wenn es nach Touristenfalle aussieht, wollen wir nach den letzten Erlebnissen einfach einen ruhigen Abend. Das Essen ist lecker, aber sehr wenig für viel Geld. Egal, wir genießen es trotzdem und lassen den Abend bei Cocktails in einer Bar in Hotelnähe ausklingen.

Am nächsten Tag erkunden wir zu Fuß die Stadt. Das Wetter meint es sehr gut mit uns, so wandern wir auf einen Aussichtspunkt auf einen Berg um die Stadt von oben zu sehen. Budapest hat wirklich einen gewissen Charme, so erkunden wir noch die Innenstadt zu Fuß. Wir sind bis spät Abends unterwegs und dürfen Prozessionen bewundern. Der Papst hat für den nächsten Tag seinen Besuch angekündigt und viele Gläubige ziehen betend und singend durch die Straßen. Wir suchen uns etwas zu Essen, gehen noch einkaufen für die Weiterfahrt am nächsten Tag und genießen die Stadt.