Caracas - IN ARBEIT


24.02.2023

In Caracas angekommen werden wir von Lauras Großtante an der Bushaltestelle empfangen. Wir fahren mit einem Stadtbus in eine Gegend die sehr an die Favelas aus diversen Filmen erinnert. Aber statt lauter grimmig dreinschauenden Kriminellen erwarten uns hier sehr herzliche Menschen, alle grüßen uns und ich fühle mich immer sehr sicher.

Der erste richtige Tag ist dann schon sehr voll. Wir besuchen Lauras Cousine und ich bekomme erste Eindrücke von der Stadt, wir richten eine SIM Karte ein damit wir unterwegs Internet haben und beschließen noch in einen Nationalpark zu fahren. Dazu geht es mit einem Taxi um Startpunkt von wo aus mehr oder weniger regelmäßig Allradautos auf den Berg starten. Dort warten wir fast eine Stunde bis endlich jemand kommt der uns mitnimmt. Da wir nur vier Leute sind und normal pro Fahrzeug bezahlt wird müssen wir ein wenig verhandeln um einen guten Preis für uns auszuhandeln. Dafür bekommen wir dann eine private Tour durch den Nationalpark.

Die Straßen laden zum Motorradfahren ein, allerdings dürfen nur Anwohner mit dem Motorrad in den Nationalpark fahren. Es gibt einige Aussichtspunkte, ein kleines Dorf mit Geschäften für Touristen und leckerem Essen. Das Highlight für mich ist jedoch eine alte und verlassene Seilbahnstation. Es wirkt als wurde hier einfach alles sich selbst und dem Einfluss der Natur überlassen. Alles ist kaputt und verrostet, hat aber einen gewissen morbiden Charme. Und das Beste dabei: Alles ist frei zugänglich, es gibt noch nicht einmal Schilder die zur Vorsicht mahnen oder gar den Zutritt verbieten.

Danach geht es zum Essen in ein Restaurant für Touristen. Die Preise sind so hoch, dass sie fast in der lokalen Währung Bolivares sein müssen. Mir wird jedoch versichert, dass es sich um US$ handelt. Dass Venezuela derart teuer ist, erschreckt mich dann doch. Das Essen ist aber wirklich hervorragend und die Portionen sind derart groß, dass die Hälfte auch ausgereicht hätte. Das relativiert die Preise ein wenig.

Danach geht es zur neuen Seilbahnstation oben am Berg. Das Luxushotel Humbolt versteckt sich hinter den Wolken und wegen einer wichtigen Veranstaltung dürfen wir nicht näher kommen. Dafür können wir in der angeblich höchstgelegensten Eislaufbahn der Welt zwei Eiskunstläufern beim Üben zusehen. Zum Tagesabschluss geht es mit der Seilbahn wieder in die Stadt und ich darf noch das lokale Bier Polar probieren, und das ist gar nicht mal so schlecht!

Am nächsten Tag geht es in die Stadt denn hier ist der Karneval noch nicht vorbei. Auf dem Weg dahin geht es noch in ein Museum, Eintritt frei, lediglich eine Maske muss getragen werden. Am Eingang zum Karneval verdient sich jemand sein Geld mit Karikaturen, und da es ein Angabot für Pärchen gibt lassen wir uns auch karikatieren. Über das Talent des Künstlers darf sich jeder selbst ein Bild machen.

Ein weiterer Tag führt uns in einen Streichelzoo mit Lauras Cousine die auch Laura heißt. Die Tiergehege hier sind leider bei weitem nicht so groß wie man das aus deutschen Zoos kennt. Mein persönliches Highlight sind hier kleine Affen die mir die Hand geben und meine Finger festhalten. Danach gönnen wir uns noch Churros in einem speziellen Café, und die sind genauso lecker wie ungesund.

Die weiteren Tage gibt es viel leckeres Essen, zwei weitere Zoos, und baden an einem Wasserfall. Ich darf auch einmal die Metro ausprobieren, die morgens völlig überfüllt ist. Und wie jedem einleuchtet, ist das Leben viel einfach, wenn sich zuerst die neuen Leute in die U-Bahn quetschen bevor überhaupt jemand die Chance zum Aussteigen hat. So kommt es regelmäßig vor, dass Leute weiter fahren wie sie eigentlich wollten.