Heute heißt es früh aufstehen denn es steht ein Tagesausflug nach Colonia Tovar auf dem Programm. Es gibt leckere Sandwiches und Kaffee zum Frühstück, dann geht es zur Bushaltestelle. Anmeldung wurde von Lauras Cousine schon vorher organisiert, so geht es problemlos los in Richtung kleines Deutschland. Doch ganz so einfach soll es dann doch nicht werden, bei einer Kontrolle werden wir von der Guardia Nacional Boliviana oder GNB aufgehalten. Die mit Sturmgewehren bewaffneten Beamten sammeln alle Ausweise ein und erklären uns, dass sie irgendwelche Bedenken wegen unserer Sicherheit haben, da im Falle eines Unfalls keine Liste mit Namen verfügbar ist. Es gibt lange Diskussionen, dann werden alle Namen auf einen Zettel geschrieben und nach einer halben Stunde Zwangspause geht es dann weiter. Nicht allzuweit, denn dann kommt die nächste Kontrolle der GNB. Der Fahrer ist sichtbar genervt und erklärt dass wir gerade aus einer Kontrolle kommen, daraufhin dürfen wir weiterfahren. Doch alle guten Dinge sind drei, kurz vor Ankunft gibt es nochmal eine Kontrolle, aber hier werden wir glücklicherweise einfach durchgewunken.

In Colonia Tovar angekommen machen wir einen kleinen Spaziergang durch die Stadt. Die Häuser erinnern vom Stil ein wenig an Frankfurt. Es reiht sich ein Touristengeschäft an das andere, Andenken, Restaurants, Fotos in bayrischer Tracht. Auf den Straßen gibt es zahlreiche Stände die Obst und Gemüse von den lokalen Bauern verkaufen. Besonders berühmt sind hier die Erdbeeren.

Zum Ausflug gehört auch eine Rundfahrt in einem alten Toyota Allradfahrzeug. Die Innenausstattung fehlt fast vollständig, es gibt auch keine Türen mehr und auch die Armaturen sind ohne Funktion. Da das Auto aber anspringt und auch bergab bremsen kann, zählt das hier vermutlich unter "geringe Mängel".

Die erste Station ist eine Schokoladenfabrik. Es wird ein wenig erklärt wie Schokolade gemacht wird und warum Männer ihren Frauen öfter mal Schokolade geben sollten. Dann kann man Schokolade in allen möglichen Formen kaufen und dann kann man noch Fotos machen. Dabei stelle ich mich super geschickt an und fange mir eine Spyder-App ein. Gut gemacht, Florian!

Durch die deutsche Abstammung gibt es natürlich auch eine Brauerei hier, die das Reinheitsgebot einhält. Auch hier wird ein wenig erklärt wie das Bier hergestellt wird, dann darf man ein wenig probieren. Wer mehr möchte, kann sich an der Bar ausreichend bestellen. Auch hier wird dann fleißig fotografiert, und ein Fenster hat auch eine wirklicht tolle Aussicht zu bieten.

Die dritte Station ist in der Natur wo es viele schöne Blumen gibt. Wie die heißen habe ich mir allerdings nicht gemerkt, aber es ist eine schöne Pause im Grünen.
Die letzte Station der Rundfahrt ist dann ein Baumhaus. Der Eintritt kostet 1US$ pro Person. Zu sehen gibt es nicht wirklich viel, das größte Highlight ist ein 5-jähriger Junge der die Leute bedient und uns vom Bier vorschwärmt und von der Schule erzählt. Dann geht es wieder zurück ins Dorf, wir holen noch Essen zum Mitnehmen und der Bus bringt uns dieses Mal ohne Kontrollen wieder nach Caracas. Vielen Dank für einen tollen Tag im kleinen Deutschland!
