Nach vielen Regentagen geht es von Kotor bei bestem Wetter weiter Richtung Süden. An der Küste entlang geht es gemütlich bis zur Grenze nach Albanien. Ein netter Junge macht mich darauf aufmerksam, dass es für Motorräder eine eigene Schlange gibt und wir uns vordrängeln dürfen. Trotzdem dauert es wieder einmal etwas länger bei uns. Eine Pass aus Venezuela scheint hier sehr unbekannt zu sein. Bald sind drei Beamte in der kleinen Kabine, diskutieren, fragen nach einem Schengen Visa. Ich versuche ihnen zu erklären dass das alles nicht notwendig ist, 90 Tage dürfen wir auch ohne irgendein Visum einreisen. Ein paar Telefonate später gibt es die Pässe zurück und ein "Welcome to Albania!".

Die Straßen sind sofort deutlich schlechter in Schuss wie noch in Montenegro. Die kurzen Tage sind ein wenig nervig, schon um halb vier beginnt die Dämmerung. Also geht es auf die Autobahn in Albanien und mit unglaublichen 90km/h kommt man auch halbwegs vorwärts. Am neuen Appartment angekommen ist es schon stockfinster. Uns wird das Appartment gezeigt, danach wird ein privater Parkplatz für das Motorrad organisiert.

Durres selbst ist eine schöne Hafenstadt mit Sandstrand, sehr vielen Restaurants und Bars und einem sehr niedrigen Preisniveau. Ein vollständiges Essen für 2 Personen mit Getränke für unter 5€ ist hier sehr gut möglich. Für Frühstück ist allerdings schon gesorgt, die Eigentümer des Appartments betreiben auch ein Gasthaus bei dem es jeden Morgen frisch zubereitetes Frühstück gibt.

Das Wasser ist mittlerweile leider zu kalt zum Baden. Aber die Stadt lädt zu Spaziergängen ein, es gibt ein paar Überreste von den Römern, alte Bunker aus der Kriegszeit, Eisdielen und leckeres Essen. Dazu ein paar verwahrloste alte Züge aus Deutschland, die hier abgestellt zu sein scheinen, jedoch über die Tage offensichtlich noch bewegt werden. Ob die noch als Verkehrsmittel genutzt werden, kann ich leider nicht sagen, wäre aber sicher auf andere Art ähnlich abenteuerlich wie mit der Deutschen Bahn.

