Heute geht es nach Kroatien. In Budapest hat der Urlaub richtig begonnen, kein Stress mehr und auch das Auschecken und beladen der Motorräder ist stressfrei und problemlos. Auch haben wir nicht vor weitere Autobahnetappen abzuspulen, jetzt geht es auf schönen Landstraßen weiter.

Unser Ziel liegt direkt im Süden von Budapest, kurz hinter der Kroatischen Grenze. Das Wetter ist sonnig und heiß. Die großflächige Lüftung in meiner Motorradkombi wird durch den hervorragenden Windschutz von Bellas großer Touringscheibe an seiner Funktion gehindert. Fahren im Stehen bringt dann aber den gewünschten Effekt und der Fahrtwind zieht durch die Kombi. Was Ungarn wirklich fehlt sind schöne Rastplätze. So machen wir direkt neben der Straße eine ausgiebige Pause.

Kurz vor der Grenze zu Kroatien vertanken wir noch unsere letzten Forint, für das restliche Geld kaufen wir Getränke und Snacks. Die Grenze zu Kroatien ist die Grenze des Schengenraums. Es werden Passkontrollen durchgeführt und es wird zum ersten Mal der Impfstatus kontrolliert. Auch will die Dame wissen wohin wir wollen und will dann auch noch die Fahrzeugpapiere sehen. Kurz darauf sind wir in Kroatien angekommen.

Beide Navis finden abenteuerliche Wege zu unserem Campingplatz, wir müssen mehrfach umdrehen und selbst einen Weg suchen. Wir finden die richtige Straße und ab dann weiß auch die Technik wieder wie es weiter geht.

Der kleine Campingplatz ist sehr schön eingerichtet. Es gibt Hängematten, eine Holzhütte mit Küche, und saubere sanitäre Anlagen. Es gibt anscheinend freie Platzwahl, bei unserer Ankunft ist nur ein kleines Ein-Mann-Zelt aufgebaut. Wir suchen uns ein schönes Plätzchen mit Wiese anstatt Schotter aus und bauen unser Zelt dieses Mal bei Tageslicht auf. Eine Räucherspirale hilft das Zelt frei von Insekten zu halten.

Kurz nach uns kommt noch ein Van mit zwei Niederländerinnen an, danach noch ein VW Bus mit einem sehr netten Ehepaar. Am frühen Abend kommt der Besitzer des Campingplatzes und nimmt unsere Personalien auf, zum Bezahlen sollen wir einfach vor der Abreise ins Büro auf der anderen Straßenseite kommen. Die Frage ob die Lagerfeuerstelle benutzt werden darf wird erfreulicherweise bejaht. So heizen wir in der Dämmerung das Lagerfeuer an und kochen uns Reis mit Bohnen als Abendessen.

Beim Essen kommen mit dem Ehepaar aus dem VW Bus ins Gespräch. Deren Reiseplan deckt sich sehr weit mit unserem, jedoch in umgekehrter Richtung. So erhalten wir für Sarajevo einen Tipp für einen schönen und gepflegten Campingplatz in den Bergen mit Blick auf die Stadt. Gemeinsam lassen wir den Abend ausklingen, bis das Feuer runtergebrannt ist. Das flaue Gefühl in der Magen-Darm-Gegend, das sich über den Tag ausgebreitet hat, wird erstmal ignoriert.