Cubagua


11.03.2023

Der Tag startet sehr früh, wir müssen alles fertig packen denn danach geht es in ein anderes Hotel. Da wir abgeholt werden bevor das Frühstück anfängt, bekommen wir vom Küchenchef netterweise Sandwiches zum Mitnehmen und ich kann noch eine Tasse Kaffee trinken. Dann kommt das Taxi das uns zum Hafen bringt. Da der Kofferraum zu 80% mit übergroßen Lautsprechern voll ist, dauert es ein wenig bis wir unser Gepäch verstaut bekommen. Das Auto macht einen wenig vertrauenswürdigen Eindruck, um die Automatikschaltung zu bedienen müssen lose Kabel unter dem Lenkrad genutzt werden. Auch der Tacho ist nutzlos, keine einzige Anzeige funktioniert, aber wir kommen heil im Hafen an und werden sofort von Händlern überfallen die uns Sonnenbrillen und Hüte und noch viel mehr verkaufen wollen. Diese Art von aufdringlichen Straßenverkäufern habe ich in Zentralamerika schon sehr häufig erlebt, hier ist es glücklicherweise das erste Mal.

Auf dem Katamaran angekommen machen wir es uns gemütlich und ich frische nochmal meinen Sonnenschutz auf, dieses Mal mit LSF 70 einer bekannten Marke zum Schnäppchenpreis von nur 20USD. Es dauert eine Weile bis alle Gäste an Board sind, aus den angepriesenen "nur 10-15 Leuten" werden aber über 30 und es wird kuschelig auf dem kleinen Boot. Gut dass wir früh angekommen sind und einen Sitzplatz im Schatten haben.

Schon kurz nach Abfahrt hängt eine Dame über der Reeling und entleert ihren Magen und ich gebe ihr ein Vomex aus meiner Reiseapotheke. Im weiteren Verlauf geht es ihr zwar etwas besser, aber wirklich glücklich wirkt sie nicht. Dass sich direkt neben ihr ein Lautsprecher bemüht uns allen einen Gehörschaden zu verpassen ist auch wenig hilfreich dabei.

Die erste Station ist eine gesunkene Fähre, bei der wir mit Schnorchelausrüstung ins Wasser gehen. Für Nichtschwimmer gibt es Schwimmwesten, die meisten verzichten aber darauf. Das verrostete Schiff ist mittlerweile Heimat von Seesternen, Fischen, Muscheln und einigen Pflanzen und sieht sehr spannend aus. Der Fotograf hat auch eine Unterwasserkamera, aber diese Fotos sind nicht so gut geworden.

Dann geht es weiter an einen Strand an dem es eine Pfütze mit schwarzen Schlamm gibt, der angeblich sehr gut für die Haut sein soll, also reiben wir uns alle damit ein. Davon werden natürlich Fotos gemacht, danach erkunden wir den Strand ein wenig auf eigene Faust. An einem Strandabschnitt wo ein Konkurrenzunternehmen seine Touristen abgeladen hat, weißen sie uns darauf hin, dass wir hier keine Fotos machen dürfen. Machen wir aber trotzdem, ist ja schließlich nicht sein Strand.

Nachdem wir uns alle vom schwarzen Schlamm wieder befreit haben, geht es zu einem anderen Strand, wo Sonnenschirme und Liegen für uns bereitstehen. Es gibt auch Kayaks und Surfbretter, und das Boot dient als Sprungbrett, obwohl ich neben einem kleinen Jungen der einzige bin der das nutzt. Eine Runde im Kayak zeigt wie stark die Stömung schon in 15m Abstand vom Strand ist. Nichtschwimmer sollten hier wirklich eine Schwimmweste tragen. Auf dem Surfbrett mache ich keine sehr gute Figur, eine kleine Welle wirft mich gleich nach dem Aufsteigen auch schon wieder ins Wasser.

Nach dem Sport gönnen wir uns erstmal ein eisgekühltes Bier aus unserer Kühlbox. Dazu ein wenig Chips aus Kochbananen und Cracker, schon hat man ein (fast) gesundes Mittagessen. Nach einer weiteren Runde Sonnencreme geht es auf einen Spaziergang über die Insel. Ein Mitarbeiter der Konkurrenz geht brav neben uns her, damit wir auch sicher keinem seiner Gäste zu nahe kommen. Ein wenig Kooperation würde hier das Erlebnis für alle deutlich verbessern. Die Insel entschädigt dafür mit toller Aussicht und schönen Muscheln.

Am Nachmittag geht es dann zurück aufs Boot, der Strandtag ist leider schon wieder vorbei. Auch auf dem Rückweg gibt es viel zu laute Musik. Im Hafen wartet bereits das Taxi auf uns und bringt uns ins neue Hotel.