Die Winterpause ist beendet und die letzten Vorbereitungen für den letzten Reiseabschnitt laufen auf Hochtouren. Flüge reservieren, noch schnell die Corona-Impfung auffrischen, einen PCR Test für den Flug machen, frische Sonnencreme besorgen und Rucksack packen. Venezuela hat immer noch sehr strikte Einreiseregeln was Corona betrifft, und die Regeln sind nicht wirklich verständlich. Ob wir jetzt einen PCR Test wirklich benötigen wissen wir nicht, aber hier gilt auf jeden Fall "besser haben und nicht brauchen wie brauchen und nicht haben".

Die Reise beginnt erstmal eher ungemütlich. Mit der Bahn schon am Vorabend zum Flughafen in München, denn der Flug geht um 7 Uhr früh. Wie üblich bei der DB Regio gibt es weder Tische noch Strom, aber immerhin reicht das mobile Netz für ein wenig Serien anschauen am Handy. Am Flughafen ist so spät nicht mehr viel los, alles wo man etwas einkaufen könnte hat geschlossen und es gibt keine bequemen Sitzmöglichkeiten. Auch Steckdosen sind äußerst rar gesät, aber immerhin gibt es 24 Stunden kostenloses WLAN. Das muss ausreichen um die Nacht mit Serien zu überstehen.

Die ungemütliche Nacht ist auch schnell vorbei, der Check-in öffnet um 5:00 Uhr, wir geben unser Gepäck auf, gehen durch die Sicherheitskontrolle und zum Gate. Dort gibt es deutlich komfortablere Sitzbänke und ich kann noch eine Stunde schlafen bevor es ins Flugzeug geht. Beim Einsteigen gibt es den Hinweis dass wir unsere Rucksäcke unter den Sitz und nicht in die Ablagen oben verstauen sollen. Dort ist allerdings so wenig Platz dass ich beschließe den Hinweis zu ignorieren und packe die Rucksäcke nach oben. Der gute Eindruck den Iberia 2018 gemacht hat ist mittlerweile ziemlich zerstört. Abgesehen davon dass die automatischen Ansagen bei der Hotline eine schlechtere Qualität haben wie die Durchsagen in 20 Jahre alten Zügen, wissen die Mitarbeiter ihre eigenen Regeln nicht. Und auf dem dreistündigen Flug nach Madrid gibt es weder Essen noch Trinken.

In Madrid holen wir uns ein Frühstück bei Burger King nachdem wir knapp eine halbe Stunde zum richtigen Terminal marschiert sind. Dann geht es in den Flieger nach Caracas. Der ist bei weitem nicht voll und schon kurz nach dem Start gibt es Mittagessen und Getränke. Hier gibt es immerhin Filme und Serien und die Auswahl ist erstaunlich gut. Dann muss man wieder um die sechs Stunden ohne Service auskommen, wer ein Wasser möchte muss sich selbst darum kümmern. Kurz vor Ankunft in Caracas gibt es noch ein Sandwich und wir sind so zügig unterwegs dass ich meinen Film nicht ganz fertig schaffe.

In Caracas angekommen geht es zur Einreise, ich zeige mein Rückflugticket und schon sind wir durch. Noch Gepäck abholen und durch den Zoll, und wir sind offiziell in Venezuela! Dass der PCR Test den wir extra noch bezahlt haben niemanden interessiert hat trübt die gute Laune auch nicht.

Schon der erste Schritt aus dem Flughafen fühlt sich angenehm vertraut nach Lateinamerika an. Die Hitze, die Luftfeuchtigkeit, die Herzlichkeit der Menschen. Wir suchen den Bus in die Stadt und das System ist das selbe wie in den anderen Ländern. Abfahrt ist sobald der Bus voll ist. Das dauert eine Weile, aber ich genieße die Sonne und freue mich darauf ein neues Land kennenzulernen.