Heute bin ich mit Sander, das ist der Niederländer den ich auf der Fähre von Hirtshals nach Kristiansand kennengelernt habe, in Trondheim verabredet. Er muss noch was besorgen, danach treffen wir uns an einer Tankstelle am Stadtrand. Ich bin gut ausgeschlafen, mache mir Kaffee im Hotel auf meinem Gaskocher, packe meine Sachen, dusche nochmal und dann geht es los. Das Wetter ist besser geworden, trotzdem sind noch einige Wolken am Himmel.

Ich bin froh Sander zu treffen und eine Zeit nicht mehr alleine zu fahren. Auf großen Straßen verlassen wir schnellstmöglich die Stadt, bevor es wieder durch schöne Landschafen an der Küste entlang geht. Wir kommen gut voran, nur die Triumph Tiger von Sander braucht bald wieder einen Tankstop. An der Tankstelle gesellt sich noch ein Italiener names Gabriele zu uns dazu und wir fahren zu dritt weiter. Jedoch fällt Gabriele schnell zurück, nach einiger Zeit warten wir auf ihn, danach fällt er gleich wieder zurück.

Beim nächsten Tankstop schauen wir uns die Fährverbindungen auf die Lofoten genauer an und stellen fest dass fast alles ausgebucht ist für den nächsten Tag und auch für den Tag darauf. Das einzige was noch frei ist geht sehr früh und wir müssten die Nacht dazu durchfahren. Nachdem wir keine bessere Alternative finden beschließen wir es zu versuchen, wir fühlen uns beide fit und kommen gut voran. Nach einiger Zeit machen wir uns auf einem Parkplatz Abendessen, Fertigsuppe aus dem Supermarkt und dazu Brot. Dabei kommen wir mit zwei etwas älteren Norwegern ins Gespräch die uns eine alternative Fährverbindung zeigen, die zwar in der Mitte der Lofoten ankommt, dafür aber zum einen kostenlos sein soll, und zum anderen nicht vorher reserviert werden muss und Motorräder immer zuerst rein dürfen, also sicher Platz für uns ist. Das Timing passt da auch besser, reicht es wenn wir am Vormittag gemütlich hin kommen, da bleibt vielleicht sogar noch Zeit zum Schlafen diese Nacht.

Gerade als wir losfahren wollen, kommt Gabriele vorbei, wir winken ihm und er kommt auch auf den Parkplatz. Von unserem Plan ist er wenig begeistert, aber da er auch noch kein Ticket für die andere Fähre hat kommt er erstmal wieder mit uns mit. Zügig nähern wir uns dem Polarkreis, ein paar Schilderbund ein Gebäude für Touristen machen darauf aufmerksam, und Gabriele verabschiedet sich um Fotos zu machen.

In der Dämmerung taucht links am Straßenrand eine Statue von einem Elch auf, mega groß, unwirklich und während ich noch überlege ob ich stehen bleiben soll und ein Foto davon machen soll, läuft der Elch davon. Doch keine Statue, kaum zu glauben dass die Tiere wirklich so groß sind. Ein Foto davon gibt es leider nicht, dafür war er dann zu schnell weg, aber einen tollen Eindruck von der Tierwelt hier oben. Die Dämmerung macht eine tolle Stimmung und so fahren wir immer weiter, bis wir ca. eine Stunde vom Fährhafen entfernt sind. Nach knapp 700km an einem Tag suchen wir dann einen Platz zum schlafen, es ist ja auch schon nach Mitternacht. Wir finden einen tollen Platz, bauen die Zelte auf und gehen schlafen.

Am nächsten Morgen machen ich als erstes Kaffee, während das Wasser kocht baue ich mein Zelt schon mal ab. Sander ist auch zu hören, und bald trinken wir zusammen Kaffee und räumen fertig zusammen. Da gesellt sich plötzlich ein Fuchs dazu, erst vorsichtig auf Abstand, dann kommt er immer näher. Er will offenbar ein wenig Essen abstauben, aber da ist nicht viel zu holen. Das Frühstück ist nur Kaffee mit Banane, beides nichts für einen Fuchs. Trotzdem kann ich ihn zu einem Selfie überreden und denke dabei an meine Tollwutimpfung.

Danach geht es mit einem kurzen Tankstop zur Fähre und obwohl wir über eine Stunde vor Abfahrt da sind, steht schon eine ziemlich lange Schlange an. Aber nachdem uns versichert wurde mit den Motorrädern dürfen wir uns vordrängeln machen wir das auch und es scheint niemanden zu stören. Die Zeit bis zur Abfahrt nutzen wir um Sanders Kette zu schmieren und noch ein ausgibigeres Frühstück zu machen.

Auf der Fähre müssen wir unsere Motorräder wieder festzurren, wie auf der Fahrt zwischen Dänemark und Norwegen. Die Fahrt dauert ca. 2 Stunden und Sander gibt Hotdogs auf dem Schiff aus, vielen Dank für die Einladung! Das Schiff macht einen Zwischenstop auf einer vorgelagerten Insel mit einem sehr schönen Leuchtturm.

Auf den Lofoten angekommen machen wir nach wenigen Kilometern bereits eine erste Pause um die schöne Aussicht zu genießen. Dabei setzen wir uns auf ein paar Felsen an der Küste und genießen die Landschaft. Dann geht es weiter in Richtung Südwesten, aber der Verkehr ist der Horror, alles ist verstopft von Wohnmobilen die auf den kleinen Straßen kaum aneinander vorbeikommen. Auf einem großen Parkplatz machen wir uns Essen und beraten was wir weiter machen wollen. So ziemlich alle Plätze zum Wildcampen bisher waren schon belegt, das Fahren macht kaum Spaß und Unterkünfte sind entweder schon ausgebucht oder absolut unbezahlbar teuer. Wir beschließen nicht bis ans Ende zu fahren, da uns schon mehrere gesagt haben da wird es nicht besser, und wir müssen auch noch einen Platz zum Schlafen finden.

Auf dem Rückweg nehmen wir einen etwas kleineren Weg, der ist auch weniger befahren und es geht weitestgehend Staufrei von den Lofoten runter. Leider gibt es kaum Plätze zum Wildcampen, so wird es wieder ein sehr langer Tag. An einer Tankstelle machen wir etwas länger Pause, holen uns Kaffee und Burger, gehen dann noch in den Supermarkt nebenan einkaufen und machen uns wieder auf den Weg. Gut dass hier die Sonne nicht mehr untergeht, so haben wir immerhin kein Risiko dass wir die Zelte im Dunklen aufbauen müssen. Wir finden dann doch noch einen guten Platz kurz nachdem wir die Lofoten verlassen haben. Der bietet sehr viel Platz, so ist es kein Problem dass schon ein paar Leute dort schlafen.