Insgesamt drei Trainings habe ich gleich zu Jahresbeginn gebucht, da die Termine meist schnell ausgebucht sind. Gleich das erste Eintagestraining im Programm Mitte März, auch wenn da das Risiko für schlechtes Wetter sehr hoch ist. Aber auch unterwegs wird mir schlechtes Wetter begegenen, also nicht wirklich schimm. Dann Mitte April ein Zweitagestraining und Anfang Mai einen dreitägigen Fernreiseworkshop. Für die ersten zwei Trainings habe ich auch gleich ein Hotel mit dazu gebucht, so kann ich entspannt am Vortag anreisen und stressfrei ins Training starten. Für den Fernreiseworkshop ist kein Hotel nötig, da wird auf dem Gelände selbst gezeltet.

Bei den Trainings werden die Leute in drei Leistungsgruppen eingeteilt, ich gehe beim ersten Training in die Mittlere Gruppe. Der Trainer Thomas ist super entspannt, erklärt alle Übungen sehr gut und zeigt immer wieder praktische Tipps. Da es das erste Training in der Saison ist, gibt es für jeden eine fabrikneue Maschine. Meine hat gerade einmal 3km auf dem Tacho. Die ersten Übungen zum Aufwärmen gehen sehr gut, dann kommt die erste Ausfahrt zum Kennenlernen des Übungsgeländes. Alles an sich nicht so schwierig, aber schon nach einer Stunde bin ich total durchgeschwitzt, obwohl es nur um die 15 Grad hat.

Das Training ist insgesamt sehr gut, man lernt richtig im Stehen fahren, unterschiedliche Untergründe, Steilhänge rauf und runter, Nothalt im Hang, Aufheben des Motorrads uvm. Es war ein sehr erfolgreicher Tag bei dem ich nicht einmal mein Motorrad umgeworfen habe und Thomas rät mir beim nächsten Training in die höhere Gruppe zu gehen.

Gesagt, getan. Mitte April geht es zum Zweitagestraining in die obere Gruppe. Heute gibt es andere Trainer, ich bin bei Manuel. Der erste Tag verläuft wieder sehr gut, auch wenn Manuel eher dazu neigt Leute erstmal in Probleme reinlaufen zu lassen, bevor er erklärt wie es richtig geht. Ansonsten merke ich erstmal kaum dass das Niveau höher ist wie beim ersten Mal.

Im Laufe des Tages verabschieden sich immer mehr Leute in die mittlere oder gar einfachste Gruppe und das Niveau steigt mit der Zeit. Am zweiten Tag ist nur noch die Hälfte da und jetzt geht es richtig los. Ich komme endlich an meine Grenzen, mein Motorrad liegt gelegentlich, es gibt auch ein paar Sprünge, die ersten davon allerdings ungewollt. Hier bin ich richtig gefordert und manchmal auch überfordert, so lernt man richtig viel! Hier komme ich auch körperlich an meine Grenzen, so dass ich die letzten 15 Minuten tatsächlich nicht mehr mitfahren kann. Mir fehlt die Kraft Bremse und Kupplung richtig zu betätigen, die Konzentration ist hinüber und ich fühle mich an meinen Zustand der letzten Reise kurz vor meinem großen Sturz erinnert, also nichts mehr riskieren.

So muss das Motorrad aussehen nach einem erfolgreichen Offroad Tag

Im Mai dann der Fernreiseworkshop, es geht direkt am Anreisetag auf das Gelände, und uns wird der Platz zum Zelten gezeigt. Schnell ist das Zelt aufgebaut, umgezogen und wieder zum Hauptgebäude gegangen. Eine andere Gruppe beendet gerade noch ihr Training, wir werden schon mal mit Getränken versorgt. Nach einer ersten Vorstellungsrunde und den ersten interessanten Gesprächen gibt es einen Reisevortrag über Afrika und die Abenteuer die man dort mit dem Motorrad erleben kann. Dabei viele allgemeingültige nützliche Tipps zum Umgang mit Menschen, Polizei und Militär. Den Abend lassen wir dann gemütlich am Lagerfeuer ausklingen.

Die nächsten zwei Tag gibt es intensive Trainingseinheiten, den ersten Tag ohne, den zweiten Tag mit Gepäck. Dazu kommen einzelne Workshops zu Reisegepäck und Ausrüstung, Notreparaturen unterwegs sowie Navigation mit Karten und GPS Systemen. Alle Fahrmanöver der ersten Trainings gibt es hier wieder, am zweiten Tag alles mit ca. 30kg Gepäck aufgeladen. Fahrten durch schlammigen Waldboden, Steilauffahrten und Abfahrten, feiner Sand, grober Schotter, Wasserdurchfahrten und noch einiges. Insgesamt ein super Training, mit tollen Ausbildern und Teilnehmern.