Von Durres geht es nur gute 40km nach Tirana. Die großen Straßen werden vermieden, so dauert auch das immerhin ca. eineinhalb Stunden. Da wir früh unterwegs sind und nicht vor der Check-In Zeit beim neuen Appartment ankommen wollen, bleiben wir auf halber Strecke bei einem schönen Café stehen und bestellen Getränke. Mein Cappuccino wurde offensichtlich mit einem Vanille-Sirup zubereitet und ist extrem lecker. Eine echte Überraschung ist kommt dann beim Bezahlen, sie wollen kein Geld von uns und verabschieden sich herzlich auf Albanisch.
Die neue Unterkunft in Tirana ist eine sehr geräumige Wohnung mit 80qm. Der Betreiber hat auch ein Café in dem es kostenlos Frühstück mit dazu gibt. Da wir am 110. Unabhängigkeitstag von Albanien ankommen, ist im Zentrum eine große Feier geplant mit einem Openair Konzert von Dua Lipa, Eintritt frei! Das Konzert ist bereits über eine Stunde vor Beginn schon sehr gut besucht, aber wir können uns einen guten Platz erkämpfen.

Eine albanische Sängerin eröffnet die Veranstaltung, es dauert relativ lange bis Dua Lipa selbst kommt. Die gesamte Veranstaltung wird aufmerksam von mehreren Drohnen verfolgt, eine davon fliegen weniger wie einen Meter über den Köpfen des Publikums und hat auch keine Scheu davor zwischen den Künstlern zu fliegen. Beim Auftritt von Dua Lipa versucht einer vom Sicherheitspersonal die Drohnen mit einem grünen Laserpointer zu stören, allerdings mit mäßigem Erfolg. Zum einen sind es zu viele, meinstens zwischen fünf und acht die aktiv sind, zum anderen ist es auch nicht ganz einfach die Kamera mit dem Laserpointer zu treffen.

Obwohl ich zuvor noch nie etwas von Dua Lipa gehört habe, finde ich das Konzert und die Show echt gut. Die Lautsprecher sind für meinen Geschmack etwas zu laut aufgedreht was besonders für die Kinder hier sicher schädlich ist. Zur zusätzlichen Unterhaltung werden noch ein paar große Ballons ins Publikum geworfen und die Menge hat damit sichtlich Spaß. Ein wenig verwunderlich ist, dass es hier überhaupt keine Zugabe gibt und das scheinbar auch niemand erwartet. Am Ende verabschiedet sich Dua Lipa, geht von der Bühne und die Menge versucht den Platz zu verlassen. Dabei finde ich noch einen herrenlosen Albanien-Schal, von der trampelnden Menschenmenge ein wenig mitgenommen, aber nichts was eine Waschmaschine nicht wieder hinbekommen sollte.

Die restlichen Tage in Tirana sind viel weniger spektakulär, aber die Stadt ist auch ohne Konzert hübsch. Mittlerweile ist hier auch der Herbst angekommen, die Termperaturen schaffen es unter Tags gerade mal so in den zweistelligen Bereich der Celsius-Skala. Ein großer See mit einem schönen Park drum herum läd zu Spaziergängen ein und es gibt noch eine Aufführung von kleinen Kindern, vermutlich auch zur Unabhängigkeit, mein Albanisch ist aber nicht gut genug um herauszufinden um was es wirklich geht.

Zahlreiche Cafes und Restaurants vertreiben den Hunger der nur durch die einladenden Gerüche auf der Straße überhaupt gekommen ist. Besonders interessant sind dabei lokale Kopien von großen Fast-Food Ketten wie Starbucks und KFC. So muss einen Abend auch mal TFC - Tirana Fried Chicken ausprobiert werden. Leider stimmen die Google Rezensionen über den schlechten Service, aber das Essen ist trotzdem gut und wir haben es auch nicht eilig.
