Die Fahrt nach Visegrad ist das Highlight dieser Gegend. Es geht auf vielen Serpentienen erst rauf in die Berge, dann durch schöne Landschaften Richtung Visegrad. Ein kleines Gasthaus am Wegrand wirkt einladend um einen Kaffee zu trinken, und der Wirt ist sehr freundlich und zeigt uns was er gerade im Ofen hat. Trotz Sprachbarriere bekommen wir Kaffee mit Milch und auch eins seiner frisch gebackenen Brote.

Danach geht es von der Hauptstraße weg und auf kleinsten Wegen durch Wald und Hügel. Wie hier zwei Autos aneinander vorbeikommen sollen ist mir sehr schleierhaft, bis ein großer LKW im Gegenverkehr keine Anstalten macht für uns abzubremsen sondern einfach ins Bankett ausweicht. Wenn man sich nicht auf die Straße beschränkt ist mehr als genug Platz da.


Die Unterkunft ist nicht leicht zu finden, die Straße dorthin ist auf Google Maps leider nicht vorhanden und eine Adresse für das Navi gibt es nicht. Ein freundlicher Mann den wir nach dem Weg fragen steigt kurzerhand in sein Auto und meint wir sollen ihm folgen. Die Wohnung ist sehr geräumig, schön eingerichtet und es gibt fünf junge Katzen. Davon lässt sich zwar nur eine wirklich gerne Streicheln, aber alle schlafen gerne auf dem Motorrad.

Die Stadt ist sehr klein und um diese Jahreszeit ist auch nicht sehr viel los. Ein Spaziergang durch die Stadt ist so ganz angenehm, es gibt kaum Touristen außer uns. Eine Pizzeria hat leckere Pizza und gutes serbisches Bier für uns, leider versuchen sie beim kassieren abzuzocken und behaupten die Preise seien in Euro. Nach einer kurzen Diskussion gibt es aber passendes Rückgeld, und von mir bekommen sie anstatt Trinkgeld eine schlechte Bewertung auf Google.

Einen Regentag verbringen wir komplett in der Wohnung, nur zum Katzenstreicheln geht es zwischendurch an die Haustüre. Einen Tag einfach nichts machen tut auch echt gut und geht mit Netflix und Amazon Prime auch sehr schnell vorbei. Gerade als wir anfangen wollen ein Abendessen zu kochen, bringt uns die Eigentümerin Schnitzel und Brot vorbei.

Dann geht es zu Fuß das Umland erkunden. Ein paar Feldwege sind Sackgassen, aber wir treffen einen sehr freundlichen Herrn der uns Äpfel schenkt, von seinen Tiere und seinem verstorben Hund erzählt und uns zum Essen einladen will. Als wir dankend ablehnen wirkt er etwas beleidigt. Viele Leute grüßen uns freundlich, an einem Haus am Stadtrand fragen sie uns kurz woher wir kommen.

In einer weiteren Sackgasse versucht uns eine Frau mit vielen Gesten zu erklären dass es da nicht weitergeht. Das ist für uns nichts Neues, aber die Leute hier verstehen scheinbar nicht dass wir einfach nur Spazieren gehen um die Landschaft zu sehen und uns zu bewegen. Ziemlich oben am Berg angekommen Warnt uns ein rotes Schild mit Totenkopf vermutlich vor Minen die es im Balkan leider immer noch sehr häufig gibt.

Auf dem Rückweg werden wir erneut am Stadtrand von den selben Leuten angesprochen, der Mann kann ein paar Worte Englisch und läd uns ein seinen selbstgebrannten Schnapps zu probieren. Er ist sichtlich stolz auf den Alkoholgehalt von 45% und ich versichere ihm dass der Schnapps sehr gut ist. Eine Einladung zu mehr lehne ich ab mit dem Hinweis dass 45% für mich zu stark ist. Dann werden wir noch zum Abendessen eingeladen und diesesmal akzeptieren wir dankend, wir wollen ja nicht noch jemanden vor den Kopf stoßen. Das Essen das uns serviert wird übertrifft alle Restaurants in denen wir bisher waren und wir unterhalten uns ein wenig mit Hilfe von Google Translate.
