Am Morgen machen wir gemütlich ein Frühstück, ohne Kaffee geht schließlich nicht viel. Beim Abbauen unserer Zelte kommt ein Mann zu uns um uns anzukündigen dass bald ein Hubschrauber kommt und wir uns nicht erschrecken sollen. Darauf warten wir selbstverständlich noch, bevor wir uns wieder auf den Weg machen.
Es geht wieder Richtung Norden, entlang von Fjorden, Bergen, Seen und das Wetter ist uns sehr wohlgesonnen. Auf einem schönen Pausenplatz gesellt sich noch ein Pole namens Arthur zu uns, lässt sich immerhin auf eine Banane einladen und bietet mir einen Schlafplatz an falls ich auf dem Rückweg durch Polen kommen sollte. Auf jeden Fall tauschen wir mal Nummern, das kann immer nützlich sein.

Die Triumph verlangt wieder nach Sprit und wir fahren die nächste Tankstelle an. Es gibt ein Angebot von sehr günstigen Pommes, da gönnen wir uns ein warmes Essen. Leider sind die Pommes eine ziemliche Enttäschung, so eine kleine Portion habe ich noch nie in meinem Leben zuvor gesehen. War bei dem Preis aber auch nicht anders zu erwarten.
Dann suchen wir etwas früher als sonst eine Platz zum Campen, und finden direkt an einem Fjord einen tollen Platz. Der einzige Nachteil, nahe an der Straße ohne viel Lärmschutz, aber hier ist eh nicht viel Verkehr und ich habe für die Nacht Ohrstöpsel. Wir bauen die Zelte auf, es gibt einen Lagerfeuerplatz, auf der anderen Straßenseite ein Wasserfall als Dusche mit schön frischem Schmelzwasser und nur ein paar Meter von uns einen kleinen Fluss der in den Fjord mündet.

Hier lohnt es sich die Hängematte aufzubauen und Feuerholz zu suchen, außerdem ist es eine gute Gelegenheit die Wäsche zu waschen. Zum Abendessen gibt es Chili mit Reis, mit zweifacher Kocherausstattung kann man ziemlich gut Essen machen. Dann noch ein wenig gemütlich am Lagerfeuer sitzen bevor es ins Zelt zum Schlafen geht.

Am nächsten Morgen gibt es erst sehr spät Frühstück, wir packen in aller Ruhe unsere Sachen zusammen, ich "genieße" ein erfrischendes Bad im Schmelzwasser, wir spannend die Kette der Tiger neu und starten am späten Vormittag bei bestem Wetter.
Bald sind wir entlang von Fjorden unterwegs, und auch wenn man denken könnte das wird irgendwann langweilig, kann ich das bisher noch nicht feststellen. Gemütlich geht es meistens am Wasser entlang bis wir am Nachmittag wieder Sprit brauchen. Wir finden eine Tankstelle neben einem Supermarkt, tanken voll und kaufen ein, am Abend soll es Fischburger geben. Am Parkplatz treffen wir noch zwei Deutsche die hier auf Hochzeitsreise unterwegs sind, auch eine schöne Idee.

Dann suchen wir einen Platz zum Wildcampen, die ersten Optionen sind entweder nicht auffindbar oder nicht sehr schön. Dann fahren wir weiter abseits von unserer ursprünglichen Route weg und finden einen tollen Platz, wo auch schon ein paar Camper stehen. Ein Deutscher zeigt uns wo es noch weiter geht und schöne Zeltplätze sind, allerdings ist die Zufahrt sehr matschig. Und so kommt es wie es irgendwann kommen musste, das Vorderrad fährt nicht dorthin wo es hin soll, und der Baum der im angepeilten Weg steht will einfach nicht zur Seite gehen. Sehr unhöflich und somit nur teilweise meine Schuld dass es einen kleinen Umfaller gibt. Sander und der nette Deutsche sind sofort zur Stelle, und so können wir Bella aufheben ohne das Gepäck abnehmen zu müssen. Wenig elegant geht es aus dem Gestrüpp wieder heraus, die Trainer aus dem Enduropark Hechlingen wären vermutlich sehr enttäuscht.
Nachdem die Zelte stehen machen wir Abendessen und werden von dem deutschen Pärchen im Luxuscamper auf Bier eingeladen, ich darf meine elektrische Zahnbürste laden und wir bekommen warmes Wasser zum abspülen. Wir unterhalten uns noch eine Weile, bekommen gute Tipps fürs Nordkap, dann gehen wir schlafen.

Der letzte Morgen vor dem Nordkap startet mit Pfannkuchen, dann packen wir unsere Sachen zusammen und machen uns fertig zum Losfahren. Da bringt uns eine einheimische Dame Waffeln und wir unterhalten uns noch ein wenig, bis wir wirklich los müssen. Beim Verlassen rutscht nur das Hinterrad ein wenig, aber es geht ohne weitere Probleme zurück auf die Straße.
Bei bestem Wetter geht es weiter Richtung Norden, nur wenige Pausen sind nötig. Bald geht es entlang der Küste, die Aussicht ist gigantisch, wir fahren gemütlich und genießen die Aussicht. Dann kommt ein mehrere Kilometer langer Tunnel unter dem Meer. Das Nordkap liegt auf einer Insel und ist somit nicht mehr wirklich Teil des europäischen Festlandes. Kurz vor dem Nordkap tanken wir nochmal voll, suchen einen Zeltplatz und fahren dorthin. Wir bauen die Zelte auf und essen eine Kleinigkeit. Wir sind fast angekommen.
