Die Anfahrt nach Montenegro geht durch schöne kurvige Straßen mit wenig Verkehr. Es geht an einem Stausee vorbei und an ein paar Polizisten mit Radarpistole. Kurz vor der Grenze gehen wir in ein Restaurant um unsere letzten Bosnischen Mark auszugeben und bekommen mit das beste Essen das wir in Bosnien bisher hatten. Auch der Nachtisch, Palatschinken mit Eis und Kirschen, ist hervorragend.


An der Grenze nach Montenegro muss der Grenzbeamte erstmal die Einreisebestimmungen für meine Begleiterin nachlesen, da im Pass offensichtlich kein Visum für Montenegro vorhanden ist. Es dauert ein wenig, aber dann hat er auch gefunden die Möglichkeit der Visumsfreien Einreise gefunden und es gibt die Stempel in die Pässe. In Montenegro geht es in der Dämmerung durch die Berge und ans Meer, bis wir an der Küstenstraße entlang bis Kotor fahren.
Das neue Appartment ist der absolute Traum. Die Küche ist bestens ausgestattet, hier kann ich sogar Kuchen backen, es gibt eine ordentliche Waschmaschiene und fast alles scheint ziemlich neu zu sein. Sogar der Fernseher ist nützlich, es gibt Netflix bei dem jemand eingelogged ist.
Der erste Stopp in Kotor ist das Einkaufszentrum um eine lokale SIM Karte zu besorgen. Die Bedingungen hier sind der Wahnsinn, es gibt Touristen SIM Karten mit 500GB oder 1000GB LTE Daten zur Auswahl. Den Angestellten verstehe ich nur bedingt, ich bekomme 500GB und evtl. nochmal 500GB als Bonus dazu. Was auch immer, ich werde die 500GB sicher nicht aufbrauchen können, spielt also keine Rolle ob es noch einen Bonus oben drauf gibt.

Dann geht es durch die Altstadt, die ein wenig an Dubrovnik erinnert. Nur gibt es hier noch mehr Katzen und an jeder Ecke sieht man Katzenfutter liegen. Auch ein kleines Katzenbaby mit einem sehr schlimm aussehenden Auge gibt es hier, sehr vernachlässigt und liebesbedürftig. Laura tauft den Kleinen "Felix" und wir versprechen wiederzukommen.

Beim letzten Besuch in 2019 war die Serpentinenstraße von Kotor eine herbe Enttäuschung, dieses Mal allerdings gibt es kaum Verkehr, keine Reisebusse die es nicht schaffen um die Kurve zu kommen, keine LKWs die nicht an den Bussen vorbeikommen. Ungestört geht es fast 1000 Höhenmeter auf einer tollen Straße nach oben zur Aussicht auf die Bucht, danach das ganze wieder zurück. Laura macht dabei noch schöne Fotos von mir auf dem Motorrad.


Perast ist nördlich von Kotor an der Bucht und ist sehr klein. Trotzdem hat es einen schönen Strand, zwei kleine vorgelagerte Inseln die man auf Bootstouren erkunden kann, viele Restaurants direkt am Wasser und ein Fünf-Sterne Hotel. Ich parke dreist am Straßenrand und mache mir leichte Sorgen ob man das bei den engen Straßen wirklich machen darf, bei der Rückkehr wenig später steht aber noch ein Auto hinter mir.

Es folgen ein paar Regentage. Wir verlängern das Appartment um eine Woche und richten uns gemütlich ein. Da ich auch ein wenig erkältet bin, schadet die Ruhe im Moment nicht. Und bei meinem bisherigen Glück mit dem Wetter kann ich mich kaum beschweren, irgendwann muss es auch mal Regnen.
Ein sonniger Tag zwischendurch wird zum Wandern genutzt. Ein Wanderweg auf den Hausberg geht vom Meer bis auf ziemlich genau 900 Höhenmeter hoch. Der Weg ist gut zu gehen und wirkt gepflegt, und oben verspricht die Karte ein Restaurant und da wir genug zu Essen dabei haben stört es nicht wirklich dass es geschlossen ist.


Danach geht es ungefähr die Hälfte des Berges wieder runter, bevor es zu einer alten Burg eine Abzweigung gibt. Beim Abbiegen gibt es eine Hütte an der es Ziegenkäse zu kaufen gibt, die Ziegen dazu sind auch in der Umgebung zu sehen. Der Käse ist zwar teuer, aber so unterstützen wir wenigstens lokale Erzeugnisse und es gibt noch einen selbstgebrannten Schnapps obendrauf. Wirklich nicht mein Geschmack was die hier brennen, aber dem Besitzer scheint es zu schmecken.

Die Burg an sich ist wenig spektakulär. Lustig ist, dass es zwei Wege gibt. Einer kostet 8€ Eintritt pro Person, der andere ist schöner und kostenlos. Und beim Abstieg kann man auch den kostenpflichtigen Weg nehmen, Eintritt wird nur beim Hochgehen kassiert. Der Abstieg sind dann 1350 Stufen und wir kommen wieder in der Altstadt raus und besuchen Felix.
