Der heutige Tag führt uns nach Chichigalpa, einem kleinen Ort nördlich von León in dem die Fabrik von Flor de Caña steht. Dort gibt es geführte Touren durch die Anlagen mit abschließender Verkostung der 18 jährigen Variante.
Wir starten wieder in Managua und suchen einen Microbus der uns nach Chichigalpa bringt. Eigentlich haben wir ausreichend viel Zeit eingeplant, aber da diese Busse erst losfahren wenn sie voll sind und Chichigalpa offensichtlich kein sehr begehrtes Ziel ist, sitzen wir eine dreiviertel Stunde im Bus bis der endlich losfährt. Wir haben immer noch ca. 30 Minuten Puffer falls auf der Strecke noch was dazwischen kommt. Allerdings haben wir einen Fahrer der es ausnahmsweise so gar nicht eilig hat, und so kommen wir 10 Minuten zu spät an der Fabrik an.
Glücklicherweise sind die auch nicht ganz pünktlich und wir kommen noch in die Führung mit rein. Der Ärger mit der Fahrt verfliegt sofort mit unserem super Guide. Der macht die Führung sehr lustig und unterhaltsam, und wie er erfährt dass wir aus Deutschland kommen fängt er an mit uns mit seinem Deutsch zu beeindrucken.
Die Halle wo die Fässer gelagert werden duftet nach Alkohol. Die Fässer sind alle schön beschriftet wann sie befüllt wurden. Der Duft in der Halle kostet jährlich 3% des gelagerten Rums. Einmal im Jahr wird der verdampfte Anteil aus anderen Fässern aus dem gleichen Jahrgang aufgefüllt.
Danach gibt es einen Film mit ein wenig Geschichte des Unternehmens und dann geht es auch schon zum angenehmsten Teil, der Verkostung. Jeder hat ein Glas mit einer ordentlichen Portion Rum vor sich stehen, dann wird nach Anleitung jeder Sinn involviert. Als erstes sollen wir durch das Glas ins Licht sehen und die schöne Farbe bewundern. Dann sollen wir mit geschlossenen Augen dran riechen. Der Duft ist nur allzubekannt für uns. Als nächstes sollen wir den Rum fühlen und uns einen Schluck in die Hände gießen und verreiben. Wir nehmen nochmal eine gute Nase voll Rum aus den Händen bevor er uns erklärt dass die trockenen Hände jetzt nicht klebrig sind, was bedeutet dass kein Restzucker mehr vorhanden ist. Dann kommt das Gehör dran. Ich bin fast schon versucht mir ein paar Tropfen ins Ohr zu schütten als der Guide meint wir sollen anstoßen. Dann dürfen wir endlich trinken.
Wir unterhalten uns noch ein wenig mit unserem Guide auf Deutsch und erfahren dass er 4 Jahre in Salzburg gelebt hat und natürlich auch München und das Oktoberfest kennt. Er erklärt uns auch dass Flor de Caña 2017 bei der renomiertesten Rum-Preisverleihung zum besten Rum der Welt gekürt wurde.
Nach der Verkostung geht es noch in den Fabrikverkauf, wo wir noch ein paar andere Sorten probieren dürfen. Das belohnen wir auch und kaufen zwei Flaschen Flor de Caña, einmal 12 Jahre alt, einmal 18 Jahre alt. Da Mija von ihrem letzten Besuch ein T-Shirt davon hat, muss Florian natürlich auch eins haben.
Zurück finden wir leider keinen direkten Bus und müssen erst nach Chinandega und von dort bekommen wir einen Bus nach Managua zurück. Ein sehr erfolgreicher Tag, wir kommen sehr zufrieden zu Hause an.