Am Nordkap


31.07.2022

Wir fahren die letzten Kilometer zum Nordkap um uns dort umzusehen. Der Weg dorthin ist für sich genommen die Reise schon fast wert. Schön kurvig gebaut und durch wunderschöne Natur. Oben angekommen holen wir uns zwei Tickets nur für den Parkplatz (die sind kostenlos), damit dürfen wir nicht ins Gebäude und völlig überteuerte Getränke oder Essen kaufen, was für ein Verlust. Schon am Parkplatz hat man eine gigantische Aussicht auf das Nordpolarmeer. Weit über 100 Camper stehen dort und haben sich schon die besten Plätze gesichert.

Dann geht es zum Globus zum ersten Pflichttermin für Fotos. Erstaunlich wenige Leute hier wenn man bedenkt wie viele Fahrzeuge auf dem Parkplatz stehen. Schnell sind ein paar Fotos gemacht und ich kann es kaum glauben dass ich wirklich hier stehe. Ich lasse das ganze eine Zeit auf mich wirken. Nach drei Wochen und 5100km auf dem Motorrad stehe ich tatsächlich hier oben. Meine Reifen sind bereits an der Verschleißgrenze, aber daran will ich im Moment gar nicht denken.

Nach einiger Zeit fahren wir wieder zurück zum Campingplatz und machen Abendessen. Es gibt Nudeln mit Sauce. Danach schaffe ich es eine Fertignachspeise zu ruinieren und ich mache Kaffee. Vor Sonnenuntergang Schlafen zu gehen macht wenig Sinn. Angeblich soll um 23:23 Uhr die Sonne am tiefsten stehen, also machen wir uns kurz vor 23:00 Uhr wieder auf den Weg nach oben. Wieder nur Tickets für den Parkplatz, dann einen guten Platz für Fotos suchen.

Es ist wirklich beeindruckend zu sehen wie die Sonne sich dem Horizont nähert, es sich anders überlegt und wieder aufgeht. Vermutlich ist es nur Einbildung, aber ich behaupte man merkt einen Unterschied in der Stimmung zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Innerhalb von einer halben Stunde ändert sich die Stimmung irgendwie, auch wenn sich an der Helligkeit nicht viel ändert.

Es beginnt ein neuer Tag und auch ein neuer Abschnitt meiner Reise. Das große Ziel ist erreicht, jetzt geht es wieder Richtung Süden, ohne konkretes Ziel vor Augen. Doch erstmal heißt es warten bis nach 01:00 Uhr, dann schließen hier alle Einrichtungen und es wird geduldet, dass Motorräder an der Schranke vorbei zum Globus fahren um dort Fotos zu machen. Pünktlich um 01:00 Uhr fahren die ersten Motorräder vor und machen Fotos vor dem Globus. Wir warten erstmal ein wenig, scheinen doch nicht so viele hier zu sein. Doch es kommen immer mehr, so reihen wir uns in die Schlange mit ein, machen unsere Fotos und räumen den Platz für die nächsten. Wer weiß wie lange solche Fotos noch möglich sein werden, offensichtlich gab es vor kurzem einen kleinen Unfall. Der größte Stein auf dem sehr breiten Weg zum Globus ist mittig angeschlagen und es führt eine Ölspur zum Globus, wo ein sehr großer Ölfleck zu sehen ist. Bestraft wurde der Übeltäter durch den Unfall selbst, bei der Ölmenge bezweifle ich dass er von dort aus eigenem Antrieb ohne Motorschaden wieder weggekommen ist. Immerhin hat er sein Foto noch bekommen...

Wir fahren wieder zurück zum Campingplatz und ich bin noch so aufgewühlt dass ich nicht schlafen kann. Wir trinken noch das Bier das wir von den Deutschen am Vorabend mit auf den Weg bekommen haben und stoßen auf eine neue Freundschaft an. Nachdem Sander im Zelt verschwindet, gehe ich noch heiß duschen, dann gehe auch ich ins Zelt und denke beim Einschlafen über die bisherige Reise nach.